Zweite Leichenschau

Zweite Leichenschau

Sicherheit vor der Feuerbestattung

Wer den Körper einer verstorbenen Person im Krematorium einäschern lassen und anschließend ein Urnenbegräbnis durchführen möchte, muss eine sogenannte zweite Leichenschau einplanen. Sie ist in allen Bundesländern – außer in Bayern – gesetzlich vorgeschrieben.

Die zweite Leichenschau – was ist das eigentlich?

Nach dem Tod eines Menschen muss der leblose Körper zunächst durch einen Arzt begutachtet werden. Dieses Erfordernis wird in den einzelnen Bundesländern durch die Bestattungsgesetze vorgeschrieben. Die Maßnahme dient dem Zweck, den Tod zu bestätigen und einen für das weitere Vorgehen benötigten Totenschein zu erstellen. Zudem soll zwischen einer natürlichen und einer unnatürlichen Todesursache unterschieden werden. Gleichfalls ist für etwaige Ermittlungen auf Besonderheiten im Zustand des Körpers einzugehen. Von dieser ersten verpflichtenden Leichenschau ist die zweite Leichenschau zu unterscheiden. Diese wird vor einer Feuerbestattung durchgeführt..

Warum wird eine zweite Leichenschau vorgenommen?

Die zweite Leichenschau soll im Wesentlichen zwei Ziele erreichen. Einerseits werden mit ihr der Tod und die Identität des Verstorbenen zweifelsfrei festgestellt. Andererseits sollen etwaige Abweichungen zu den Erkenntnissen der ersten Leichenschau ermittelt werden. Denn wenn der Körper erst einmal eingeäschert ist, lassen sich weitere Untersuchungs- und Ermittlungsmaßnahmen schließlich nicht mehr durchführen. Sollte es übrigens tatsächlich zu Unterschieden in beiden Leichenschauen kommen, so wird der Körper zunächst nicht für die Feuerbestattung freigegeben. Vielmehr muss er nun einer Leichensektion unterzogen werden, bei der neben der äußerlichen auch eine innere Begutachtung vorgenommen wird. In solchen – allerdings seltenen – Fällen kann sich die Beisetzung verzögern.

Wer ordnet eine zweite Leichenschau an?

Vor der Einäscherung sehen die Gesetze aller Bundesländer – gegenwärtig mit Ausnahme von Bayern – eine zweite Leichenschau vor. Sie wird zumeist durch einen Arzt des Gesundheitsamtes durchgeführt, kann aber ebenso von einem Pathologen oder durch einen Rechtsmediziner vorgenommen werden. Schon beim Betrachten der zuständigen Dienststellen fällt auf, dass es sich hierbei nicht um eine rein medizinische Aufgabe handelt. Vielmehr wird auch die Rechtswissenschaft miteinbezogen. Und das aus gutem Grund: Immerhin sollen unerkannt gebliebene Delikte, über die der Körper nach der Kremation keinerlei Auskunft mehr geben kann, noch rechtzeitig aufgespürt werden.

Wo wird die zweite Leichenschau vorgenommen?

Im Gegensatz zur ersten Leichenschau, die in der Wohnung des Verstorbenen, an einem Unfallort oder im Krankenhaus durchgeführt wird, findet die zweite Leichenschau ausnahmslos im Krematorium statt. Der für den Bezirk des Bestattungsunternehmens zuständige Amtsarzt, Rechtsmediziner oder Pathologe nimmt die Maßnahme im Regelfall auch unmittelbar vor der Feuerbestattung vor. Allerdings sind einige Bundesländer – darunter etwa Hessen – in den vergangenen Jahren dazu übergegangen, die Regelungen für eine zweite Leichenschau zu verschärfen. Darin ist nunmehr vorgesehen, dass nur noch rechtsmedizinische Einrichtungen eine solche Begutachtung vornehmen dürfen.

Welche Kosten fallen an?

Die Vorgaben für die zweite Leichenschau werden durch die Gesetze der Bundesländer definiert. Hieran ist eine Gebührenordnung gebunden. Die darin aufgeführten Posten können sich in Art und Höhe zwischen den Bundesländern unterscheiden: Neben der reinen Leichenschau darf der hinzugerufene Arzt auch Anfahrtskosten und gegebenenfalls weitere Auslagen geltend machen. Gemäß der gegenwärtigen Gebührenordnungen sollte die zweite Leichenschau jedoch nicht mehr als 265 Euro kosten – üblicherweise bewegt sie sich im Bereich der 100 bis 150 Euro. Zumeist wird die Summe zunächst durch den Bestatter bezahlt und dann über die Gesamtrechnung an die Hinterbliebenen des Verstorbenen weitergereicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ihre Daten werden gemäß unserer Datenschutzerklärung erhoben und verarbeitet.